Warum ich authentische Fotografie liebe!

Früher mit Film war alles anders. Als ich vor 18 Jahren die Ausbildung zur Fotografin gemacht habe (ich stelle gerade fest, meine Fotografie ist volljährig geworden), waren Digitalkameras noch nicht sehr in den Portraitstudios verbreitet. Das erste Jahr fotografierte ich ausschließlich mit einer Mittelformat Kamera. Es passten 12 Aufnahmen auf einem Film und bei einer Portraitserie durften je nach Session 1-3 Filme verbraucht werden. Das führte dazu, dass man sich für jedes Bild sehr viel Zeit genommen hat und jeder Klick auf dem Auslöser passen musste. Authentische Bilder waren damals eher selten.


Mit der Digitalfotografie ist das ganz anders. Ich liebe es, einfach draufzuhalten und Momente mit der Serienbildfunktion festzuhalten. Da passiert es durchaus, dass ich von einem Motiv schon mal das Dreifache an Bildern produziere, als damals bei einer kompletten Session. Aber so kann ich von vielen Fotos den perfekten Moment aussuchen, der für mich authentisch ist. Aber warum mag ich diese Art der Fotografie so gerne?

Authentisches Familienfoto in Landsberg
Foto einer Familie beim spazieren gehen am Ammersee.

Verhalten beim Kunden beobachten.

Eigentlich kann ich die Fotos der ersten 5 Minuten fast immer ohne Speicherkarte fotografieren. Okey, das ist etwas übertrieben gesagt, aber tatsächlich benötigt es immer etwas Anlauf, um in den flow zu kommen. Das kann man wie mit einem Film vergleichen, der anfangs die Vorgeschichte zeigt. Wenn man jedoch im Thema ist, läuft es wie fast von alleine. Meine Kunden fühlen sich nach kurzer Zeit wohl und sind dann ganz in ihrer „Geschichte“ drin. Ja Geschichte. Für mich ist eine Fotosession nicht ein „so setzt du dich jetzt bitte hin“, sondern wir erzählen zusammen eine Geschichte.

Jede Session ist dadurch einmalig und nicht planbar.

Natürlich mache ich mir im Vorfeld darüber Gedanken, was ich fotografieren könnte. Neben meinen Objektiven, die ich je nach Session auswähle, nehme ich gelegentlich Requisiten mit. Sei es mal eine Decke, Tücher, Kleidung oder auch mal einen Ball. Gerade bei Fotos mit Kindern gehe ich jedoch sehr auf ihre Bedürfnisse ein. Wenn ein Kind gerne Steine ins Wasser wirft, wird ein Steinweitwurf-Wettbewerb mit den Eltern ausgerichtet und mit der Kamera begleitet. Gerne auch ein Wettrennen, kizeln oder kuscheln. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Fotos einzigartig zu machen.

Lichtsetzung für eine Business Session
Auch wenn die Fotos eher spontan entstehen, muss das Licht passen.

Die Bildaussage ist einfach „echt“.

„Ich mag keine gestellten Fotos, da finde ich mich persönlich zu wenig in den Bildern.“ Die meißten Kunden buchen mich, weil sie gerne authentische Fotos von sich haben möchten. Mein Anspruch ist, dass jeder Kunde mindestens ein Bild an seiner Wand haben sollte, bei dem er sich zu 100% selber sieht. Und das geht nur, wenn ich eher in die dokumentarische Richtung gehe. Klar mache ich auch klassische Fotos, oder wie ich sie gerne nenne, die „offiziellen“. Irgendwie gehören die einfach zu einer Session dazu. Aber oft werden diese nur in Verbindung mit einem Komplettkauf genommen. Oder als Geschenk zu Omas Geburtstag. Wobei ich finde, dass die Omas heute echt super flott unterwegs sind und die modernen Fotos auch zu schätzen wissen

Caroline Eibl ist mit ihrer Kamera mitten im Feld nähe München
Für meine Fotos suche ich mir gerne interessante Standpunkte.

Ich habe kein „Drehbuch“ für die Session dabei.

Und dadurch bin ich vor jeder Session auch noch nach 18 Jahren etwas aufgeregt. Vielleicht ist das auch das Geheimnis. Für mich ist jeder Termin etwas besonderes und individuelles. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich es nicht Hauptberuflich mache und nur wenige Termine machen kann.
Ihr braucht jedoch keine Angst haben, dass ich wortlos hinter der Kamera stehe und ihr selber für die Bildideen zuständig seid. Ihr bekommt von mir eine Anleitung, was ihr machen könnt. Und im Laufe der Session kommen so ganz besondere Fotos zu Stande.

Hochzeitsfoto in Schondorf am Ammersee
Durch Anweisungen mit viel Interpreationsspielraum entstehen oft super spontane Fotos.

Was für mich ein authentisches Bild ist.

Für mich ist ein Foto perfekt, wenn der richtige Augenblick getroffen ist. Wenn die Person ganz natürlich ist und sich so bewegt, wie sie es auch macht, wenn keine Kamera dabei ist.
Anweisungen, wie sie bei einem Passbild notwendig sind, also „bitte den Kopf 3 cm nach links kippen“ versuche ich zu vermeiden. Klar, manchmal greife ich in die Situation ein und sagen solche Dinge. Aber das ist sehr selten. Bei mir heißt es eher, vergiss einfach die Kamera und spiele mit deinem Kind. Nehme es auf die Schulter, spiele Verstecken oder ähnliches. Sobald der richtige Moment da ist, drücke ich dann auf den Auslöser. Und schwups, habe ich das für mich perfekte authentische Bild.

Hochzeitfoto am Ammersee Steg
Manchmal muss man für authentische Fotos einfach ins kalte Wasser springen.

Zu guter Letzt.

Inspiriert wurde ich von der lieben Judith Peters, die zu einer Challence aufgerufen hat, mit Ihrer Hilfe innerhalb von 7 Tagen einen eigenen Blog Artikel zu schreiben. Ich muss gestehen, ich habe garnicht groß drüber nachgedacht. Die Idee gefiel mir, und ich habe mich einfach angemeldet. Es gibt viel mehr zu beachten, als ich dachte – und es war auch zeitaufwendiger, als gedacht, aber die 7 Tage waren sehr spannend und ich habe viel gelernt.
Während dieser Woche habe ich auch schon weitere Ideen bekommen, über die ich in anderen Blogbeiträge schreiben möchte.

4 Antworten auf „Warum ich authentische Fotografie liebe!“

Natalie sagt:

Liebe Caroline,
ein sehr, sehr schöner Blogbeitrag! Ich habe ihn super gerne gelesen. Was den Zeitaufwand angeht, kann ich dich beruhigen. Je öfter und je mehr du schreibst, umso leichter wird es dir fallen. Ich habe selbst jetzt noch eine selbst erstellte Checkliste um mich an den einzelnen Arbeitsschritten entlang zu hangeln. Ich mag es nicht, wenn ich etwas vergesse. 😉
Ein kleines Manko: Bitte versuche den Text ein wenig größer zu machen – so 2 bis 4 pt. Für mich war es hier am Laptop etwas schwierig den ganzen Text zu lesen und ich musste mich sehr konzentrieren.
Alles Liebe und viel Erfolg! <3
Natalie

Caro sagt:

Liebe Natalie,
vielen Dank, für deinen Kommentar.
Eine Checkliste ist eine sehr gute Idee, die ich vielleicht übernehme. Mit der Schriftgröße muss ich wohl noch etwas spielen. Vielen Dank, für den Hinweis.
Ich habe noch einige Blogthemen im Kopf und hoffe, die Motivation nicht zu verlieren.
Liebe Grüße
Caro

Antonia Drobig sagt:

Liebe Caroline,

mir gefällt Deine sorgfältige und liebevolle Erzählweise. Aus jedem Satz perlt einem Wertschätzung entgegen, wie Du Deine Fotografie-Leidenschaft lebst. Einerseits machst Du Dir Gedanken rund ums Gelingen und andererseits bist Du spontan, wie bei der Blogchallenge.
Mir ging es ähnlich, habe ich mich auch spontan angemeldet, ohne zu ahnen, wie groß der „Eisberg“ ist.

Lass Dir Zeit und erledige die Dinge in Deiner Frequenz, das habe ich mir auch gesagt.

Ich wünsche Dir Mut und die Freiheit, die Dich tun lässt, was Du tun möchtest! Trau Dich!

Alles Liebe für Dich, Caroline.
Antonia

Über den Link in Deinem zweiten Blogartikel zum Thema ‚Rückblick April‘, bin ich hier gelandet.

Caro sagt:

Liebe Antonia,
vielen lieben Dank, für deine lieben Worte.
Es ist toll, dass wir den „Eisberg“ angegangen sind.
Liebe Grüße
Caro

PS: wer mehr von Antonia wissen möchte, kann hier mal klicken.

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